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Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Angehörige und Betroffene bei Suchtproblemen mit Alkohol
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Ein Rückfall ist menschlich und muß keine Katastrophe sein!
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Christa ADMIN Technik und Webmaster


Anmeldungsdatum: 29.04.2006 Beiträge: 6142

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Verfasst am: 18 Jun 2007 16:19 Titel: Ein Rückfall ist menschlich und muß keine Katastrophe sein! |
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Bei dem Versuch, die Alkoholabhängigkeit zu überwinden, ist ein Rückfall eher die Regel als die Ausnahme. Dies wird leicht verständlich, wenn Sie sich einmal vor Augen führen, wie schwer es ist, sich bestimmten Gewohnheiten oder Verhaltensweisen "abzugewöhnen". Es ist schwer ein über viele Jahre praktiziertes Verhalten innerhalb kurzer Zeit und beim "ersten Anlauf" einfach abzustellen. Sie haben bei entsprechenden Versuchen vielleicht die Erfahrung gemacht, daß Sie für das Verhalten, welches Sie aufgeben wollen, etwas neues suchen und finden müssen. Wenn Sie z.B. den Fernsehkosum reduzieren wollen, so ist es sicherlich hilfreich, sich stattdessen eine andere Beschäftigung zu suchen, die Ihnen Freude macht, etwas das Sie gerne tun und bei dem Sie etwas gewinnen. Wenn wir uns Ziele setzen ist es also wichtig, daß es sich um positive Ziele handelt; Ziele, für die es sich subjektiv lohnt, Energien zu investieren. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Rückfall bei Alkoholabhängigen: Es reicht nicht zu beschließen "Ich trinke keinen Alkohol mehr!", denn dann erleben Sie zunächst nur den Verlust eines Begleiters, der Ihnen vielleicht über lange Zeit ein "Freund" und "Seelentröster" gewesen ist. Ein/e Alkohlabhängige/r, die/der wider besseres Wissen und trotz guter Vorsätze erneut Alkohol trinkt, versucht damit (meistens nicht bewußt), sich in einen erträglicheren angehmeren Gefühlszustand zu versetzen. So gesehen kann ein Rückfall letzlich als ein Versuch angesehen werden, Unangenehmes zu vermeiden und Angenehmes herbeizuführen.Die Beschreibung ist nur der kleinste gemeinsame Nenner, auf der Rückfälle zu bringen sind. Die Auslöser, Gründe und Hintergründe sind sehr unterschiedlich. Der Eine will vielleicht schwer erträgliche Gefühle wie Ärger und Verzweiflung betäuben; eine Andere wünscht sich durch den erneuten Alkoholkonsum die ersehnte Entspannung und Entlastung, der Dritte will vielleicht Angst und Traurigkeit überspielen. All diese Beweggründe haben eine Gemeinsamkeit: Es gibt eine Unzufriedenheit mit dem bestehenden, ein Unbehagen an der Wirklichkeit und Lebensrealität mit ihren Einschränkungen und Konflikten.
Der RÜCKFALL kann Sie also darauf aufmerksam machen, was in Ihrem Leben eine Belastung darstellt und was Sie davon bislang nicht zufriedenstellend gelöst oder akzeptiert haben. Unter diesem Aspekt kann ein Rückfall eine Chance für die Betroffenen darstellen. In jedem Fall ist er ein Signal, sich mit seinem/ihrem Leben aufrichtig auseinanderzusetzen und nicht vor sich selbst zu fliehen. Diese Sichtweise soll nun keine Einladung zum Rückfälligwerden darstellen, sondern sie soll deutlich machen, daß ein Rückfall kein Grund ist, alles bisher erreichte "über Bord zu werfen" nach dem Motto: Das hat ja sowieso alles keinen Sinn, ich schaffe es doch nicht!" Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen können helfen, das Leben zu meistern zu lernen, ohne den Alkohol als "Freund und Begleiter" einzusetzen. Denn auch der Rückfall ist letzendlich keine Dauerlösung: Das erneute Trinken ist nur eine scheinbare Hilfe, denn nach Abklingen der Alkoholwirkung sind die gleichen Probleme, unangenehme Gefühlszustönde und unerfüllte Wünsche wieder da.
Es bleibt festzuhalten: Ob Rückfälle nur als Ausdruck des Scheiterns anzusehen sind oder auch als Krise im positiven Sinne, hängt ganz wesentlich davon ab, wie wir uns die Rückfälle erklären. Wer einen Rückfall nur als Ausdruck von Willensschwäche, Uneinsichtigkeit oder Krankhaftigkeit begreift, übersieht, daß sich aus einem Rückfall viel lernen läßt. Wichtig ist noch: Der Anschluß an eine Selbsthilfegruppe stellt immer auch eine Maßnahme der Rückfallvorbeugung dar!
RÜCKFALL: EIN ALPTRAUM FÜR DIE ANGEHÖRIGEN
Die häufigsten Anlässe für Rückfälle sind nicht Überredung, Streit oder schwere Schicksalsschläge an sich sondern Einsamkeit, Niedergeschlagenheit, Angst, Gereiztheit, Gekränktsein, unerklärliche Stimmungsschwankungen, Gefühle der Sinnlosigkeit und Leere, Anspannung und Nervosität.
Rückfälle geschehen meistens nicht auf Festen oder in Lokalen, sondern zu Hause. Dies bedeutet nicht, daß die Angehörigen für ein ausgewogenes Gefühlsleben des Betroffenen sorgen müssen! Dies ist ganz alleine die Verantwortung und Aufgabe des Abhängigen. Die Angehörigen tun gut daran, wenn sie ebenfalls gut für ihre Gefühlslage und Bedürfnisse sorgen lernen.
Für Angehörige ist es ebenso wichtig, sich mit dem Rückfall auseinanderzusetzen wie für den Betroffenen selbst, weil der Rückfall bei der Genesung von Alkoholabhängigkeit eher die Regel als die Ausnahme ist. Das bedeutet, daß auch sie als Angehörige mit solch einer Situation wahrscheinlich konfrontiert wrden, wenn Sie mit einem Alkoholabhängigen zusammenleben. Für Sie ist es also wichtig zu lernen, wie Sie sich bei einem Rückfall verhalten können, damit Sie den Betroffenen nicht ( unbewußt) in seinem Rückfallverhalten stützen.
Es ist eine Illusion zu glauben, durch Liebe, Fürsorge, In-Watte-packen und Fernhalten von Problemen verhindern zu können, daß der Alkoholabhängige rückfällig wird.
Die Angehörigen haben nicht die Verantwortung für das Verhalten des Betroffenen. Ihr alkoholabhängiges Familienmitglied muß seien Erfahrungen selber machen können - auch schmerzliche. Erst dann kann er/sie lernen, wie er/sie mit Enttäuschungen, Angst und anderen schwierigen Gefühlen umgehen kann, ohne zur Flasche zu greifen. Sie als Angehörige/r müssen lernen, Ihrem Partner nichts von seinen Aufgaben abzunehmen - auch dann, wenn er sie nicht so perfekt bewältigt, wie Sie es selbst vielleicht machen würden.
Machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut, daß Sie den Alkoholkonsum Ihres Familienmitgliedes nicht verursacht haben und daß es auch nicht in Ihrer Macht steht, einen Rückfall zu verhindern. " Wenn Du mich nicht dauernd kritisieren würdest, bräuchte ich auch nicht wieder zu trinken".. Suchtkranke sind Meister darin, die Verantwortung für ihren Alkoholkonsum anderen Personen zuzuschreiben. Versuchen Sie, nicht in diese Falle zu treten!
Machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut, daß Sie das Beste getan haben, was Sie konnten. Sie wissen inzwischen, daß Sie sich geirrt haben in der Annahme, Sie könnten einen anderen Menschen dazu bringen, mit dem Trinken auzuhören.
Haben Sie den Mut, sich zu fragen, was Ihnen fehlen wird, wenn das abhängige Familienmitglied nicht mehr abhängig ist. Dieser Vorschlag mag Sie zunächst verwirren oder sogar verärgern.Allerdings ist es ganz natürlich, daß auch Ihnen vielleicht etwas fehlt, wenn sich etwas in Ihrem Leben verändert, an das Sie sich gewöhnt haben. Sollte das abhängige Familienmitglied jetzt wieder selbst Dinge in die Hand nehmen, die Sie jahrelang übernommen haben, so bedeutet das nicht, daß Sie sich gleich damit wohl fühlen werden. So kann ein Rückfall durchaus altbekannte und vertraute Situationen wieder herstellen.
Suchen Sie sich Hilfeangebote für Angehörige von Alkoholikern in Ihrer Umgebung. Glauben Sie nicht, daß Sie alles alleine bewältigen müssen. An Ihrem Wohnort oder in der näheren Umgebung gibt es vielleicht eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe, die sie aufsuchen knnen.
Gestehen Sie sich selbst eine Veränderung in kleinen Schritten zu und vermeiden Sie es, sich zu überfordern oder Ihre eigenen Rückfälle in bekannte Verhalten zu verurteilen. Machen Sie sich klar, was Sie tun werden, wenn die abhängige Person weiterhin trinken wrid. Teilen Sie ihr Ihre Entscheidungen mit, wenn sie nüchtern sind.
Der Weg aus der Sucht braucht seine Zeit. Geduld, Gelassenheit und Toleranz für den Lebensweg anderer Menschen ist angebracht.
Dieser Beitrag wurde von Chris am 29 Jul 2006 12:03 in dieses Forum gestellt mit freundlicher Genehmigung von Antje Schwarz
http://www.alkohol.schwarz-netz.de/html/Rueckfall.htm
Zuletzt bearbeitet von Christa am 17 Apr 2008 20:22, insgesamt 3-mal bearbeitet |
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Friedrich ohne K Gast
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Verfasst am: 24 Aug 2007 16:00 Titel: Ja liebe Christa -ein immer interessanter Bericht den du da |
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Ja liebe Christa -ein immer interessanter Bericht den du da rein gestellt hast ! Ich lese ihn gerne und vieleicht können wir mal auch unsere Meinungen dazu sagen !
Er muss aber noch ein wenig wirken - obwohl ich ihn mir schon mal rauskopiere und ihn meiner Gruppe vorlese - ich denk dass ist so in Ordnung und ich glaube es wird darauf etliche Reakrtionen geben !
Vielen Dank - dein Freund Friedel |
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peter pan Gast
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Verfasst am: 10 Jan 2008 10:00 Titel: |
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Ich hab diesen Thread mal wieder hervorgeholt,ein Rückfall ist menschlich und er muss auch keine Katastrophe sein.
Wichtig ist es nach einem Rückfall,sofort handeln.
Vielleicht erzählt Ihr mal Eure Erfahrungen,würde mich freuen.
Liebe Grüsse Peter Pan |
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Mariechen Moderatorin


Anmeldungsdatum: 17.12.2007 Beiträge: 3898 Wohnort: NRW

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Verfasst am: 10 Jan 2008 11:22 Titel: |
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Liebe Christa, lieber Peter Pan.
Also, dieser Bericht kam für mich jetzt genau richtig. Weil mein Mann Rückfällig geworden ist. Und mittlerweil
e daran zweifel, das er jemals ohne Alkohol leben kann. Ich habe noch die daran gedacht, das ein Rückfall, auf dem Weg zur Trockenheit
dazugehören könnte. Eher bin ich richtig panisch geworden.
Danke für diesen Betrag!
Gina |
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babe Gast
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Verfasst am: 04 Feb 2008 1:00 Titel: |
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Liebe Christa
so wie Du das beschrieben hast sehe ich mich und ich weiß jetzt ich muss was tun und seh viele oder erkenne viele Punkte was mich zum Rückfall brachten. Der letzter Rückfall war sogar gut weil jetzt endlich habe ich es geschafft offen mit meiner Therapeutin reden zu können Sachen wo ich jahrelang verschwiegen und geschluckt habe. Am 25.01.08 habe ich den Entschluss gefasst und am 26.01.08 bin ich zur meiner Therapeutin gefahren und konnte endlich reden mir steckte immer ein Klos im Hals. |
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Lumpi Eroberer

Anmeldungsdatum: 11.12.2007 Beiträge: 10

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Verfasst am: 19 Apr 2008 23:58 Titel: |
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Naja, ich muß mich hier vielleicht als Betroffener auch noch mal äußern:
Ich habe ein paar Monate ohne Alkohol durchgehlten, ja, ohne Probleme sogar. Ich habe später dann allerdings alles gemieden, was mich mit Alkohohl in Vrebindung brachte, das war zum Beispiel auch letzendlich das Internet. Leider muß ich zugestehen, daß ich wieder mein Bierchen trinke. Ich könnte jetzt natürlich 1000 Gründe nennen wie so - allerdings gibt es nur eine richtige Begründung: "Ich bin schwach geworden".
Nein, schämen werde ich mich nicht dafür, nur darüber nachdenken, was denn seelisch bei mir nicht in Ordnung ist, daß ich den Rausch brauche. Warum habe ich den Hang mich selbst zu betäuben? Es wäre doch ansich unnötig. Die Probleme in unserem Land, werden sich durch einen Rausch schon garnicht lösen lassen, aber warum sehe ich das nicht so richtig ein, und denke mit "Sprit" bin ich besser drauf? Das Gegenteil ist doch wissentlich der Fall - ich fühle mich zwar besser, wenn ich Unsinn verzapfe, nur der Unsinn im alkoholisierten Zustand ist wesentlich fataler, als der Unsinn den man im nüchternem Zustand von sich zu geben weiß.
Leider merke ich, wie der Alkohohl meinen Körper mehr und mehr zerstört, wie mein Geist den Bach runtergeht. Wie kann denn einem das Leben so egal sein daß er sich in Lebensgefahr begibt?
Ich hasse diese Rauschzustände, aber es vermittelt mir das Gefühl, der rosaroten Brille. Ich muß keinen Alkohol haben, irgendetwas was mich berauscht tut es auch....es ist die Sucht nach dem Rausch. Warum?
Naja, wenn ich jetzt als Rückfälliger gesperrt werde, kann ich es verstehen , jedoch rate ich jedem der noch ein Weilchen leben will, sich entgültig vom Alkohohl zu verabschieden - es ist ja eigentlich nicht schwer, nur Disziplin muß man dafür aufbringen, und die fehlt mir zugegebenermaßen etwas. |
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Henri Gast
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Verfasst am: 20 Apr 2008 0:33 Titel: |
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Hallo Lumpi
Im Dezember hat das doch noch so gut ausgesehen. Wenn du wieder trocken werden willst, dann denke jetzt nicht zuviel über das Warum und Weshalb nach, sondern versuche so weiterzumachen, wie du es vor dem Rückfall gemacht hast. Im ersten Moment bringt dich das Grübeln nicht weiter, das kannst du machen, wenn du wieder trocken bist.
Noch etwas, niemand verurteilt dich für deinen Rückfall und du solltest das auch nicht tun. Du hast es einige Monate geschafft und wenn du dich jetzt nicht selbst aufgibst, kannst du es schaffen.
Herzlichen Gruß
Henri |
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Lumpi Eroberer

Anmeldungsdatum: 11.12.2007 Beiträge: 10

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Verfasst am: 21 Apr 2008 1:25 Titel: |
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Hallo Henri,
Danke erst einmal für Deine aufmunternden Worte. Natürlich, im Dezember hat es gut ausgesehen, eigendlich bis vor kurzer Zeit habe ich überhaupt keinen Alkohohl mehr getrunken. Der Auslöser warum ich wieder zum Bier gegriffen habe war auch äußerst eigentümlich; ich habe mich mit Freunden getroffen, die mir offenbarten, sie dürften von ärztlicher Sicht her keinen Alkohol mehr trinken - ich muß da zu betonen, jene haben zu vor bei unseren Treffen gut dem Alkohole zugesprochen, während ich mein "Alkoholfreies" genoß. Nun war die Situation plötzlich umgekehrt, sie tranken ihr Wasser, Schorle und was weiß ich nicht alles, und ich ließ mir ein Bier kommen.
Ich muß schon über die Ursachen nachdenken...warum tue ich das, obwohl ich den Alkohol im Grunde genommen garnicht brauche?
Was sagte mein Hausarzt zu mir: "Alkoholabhängigen kann man helfen, aber Sie sind ein undisziplinierter Säufer" - harte Worte, aber ich fürchte er hat recht.
Ich habe mir mal bei einem Skandinavienurlaub schlichtweg das saufen verkniffen, da ein Bier umgerechnet über 5 € kostete, wäre wohl garnicht so schlecht, wenn in Deutschland die Preise für alkohlische Getränke derart unattraktiv würden, oder besser gleich Alkoholverbot. Aber selbst ein Sozialhilfeempfänger kann sich eine Sache noch immer leisten - Alkohol, und wie viele Obdachlose sterben am Alkohol, weil sie schlichtweg garnicht mehr merken daß sie über Nacht erfrieren. Wäre der Alkohol derart teuer wie es in Skandinavien der Fall ist, würde ich wahrscheinlich nur noch sehr selten zu Feierlichkeiten mal ein Glas trinken.
Ich habe vielleicht das Glück nie sonderlich unter Entzug zu leiden, nur ist das möglicherweise andererseits wieder ein Fluch, da ich mir immer wieder sagen kann: "naja, wenn es mir dreckig geht, setz ich halt mal wieder ne Weile aus"...nur ist mir bewußt, daß ich meinen Körper damit auch mehr und mehr der "Erde näher bringe", die Organe machen das irgendwann nicht mehr mit, und stellen ihre Dienste ein.
Ich hatte mal Anfang der )0iger Jahre mich an Scientollogy gewand, die damit Werbung machten, jeden von seinem Alkoholproblem befreien zu können, das war recht teuer , und nannte sich Narcanon (oder so ähnlich)...naja, bin da als "antisoziale Persönlichkeit" rausgeflogen, da ich unbewußt auch wieder die anderen zum saufen motiviert hatte. Und die hatten wirklich absolutistisch- diktatorische Züge drauf. Wenn da jemand wegem kalten Entzug Qualen litt, wurden dem irgendwelche wirkungslosen Plazebos verabreicht, und mit Zuchthausmethoden behandelt. Da ich nie an sonderlichen Entzugsymtomen litt, ging der Kelch dort an mir vorüber.
Meines Erachtens nach, ist das seelische das Hauptproblem beim Alkoholismus, die physischen Unanehmlichkeiten lassen sich medizinisch recht gut in den Griff bekommen. Daher bin ich der Meinung, ist eine gute psychiologische Betreung sehr wichtig. Welche Menschen greifen denn zum Alkohol? Jene denen es seelisch nicht gut geht, und an dieser Stelle muß angesetzt werden - welche seelischen Probleme hat ein Mensch, und wie lassen sich diese beheben. Ich meine, ich saufe ja auch nicht aus Spaß an der Freude, nur jeglicher Psychologe bei dem ich war, konnte mir da auch nicht weiterhelfen - ich kann herzlich wenig mit den Worten etwas anfangen: "sehen Sie positiv" ...ja was soll es, mach ich doch ohnehin?
Die Psychologen haben ihr Strickmuster, nur mit den eigentlichen seelischen Problemen mag sich niemand so recht befassen, oder dafür gar eine Lösung zu haben.
MfG
Lumpi |
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sophia Gast
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Verfasst am: 21 Apr 2008 7:01 Titel: |
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Hallo Lumpi, Du fragst nach dem Warum, warum wollen wir den Rausch?
Nun, eine Antwort wird es darauf nicht eindeutig geben. Nie. Es gibt, aber das wirst Du ja alles wissen Suchtpersönlichkeiten, Menschen, die viel schneller in die Extreme kommen, selten in der mitte bleiben können und um dieses zu halten, knallen sie sich regelmäßig die Birne zu. Da heißt es einfach zu akzeptieren, daß man so einer ist. Man wird das ein Leben lang bleiben. OHne wenn und Aber. Nur eine disziplinierte Korrektur über einen langen Zeitraum kann dieses Verhalten verändern.
Unseren Selbsterhaltungstrieb mit dem eines anderen Lebewesen zu vergleichen ist Schwachsinn in meinen Augen. Wir haben nun mal unser Bewußtsein und können uns in andere Zustände bringen, und schaffen es hervorragend unseren Selbsterhaltungstrieb auszuschalten, wenn wir ersteinmal unsere Synapsen mit Alk verklebt haben. Sie klappern dann einfach nicht mehr richtig. Sie können ja gar nicht mehr funktionieren.
Wie ich bei Dir lese, hast Du bisher noch nicht die richtige Untersützung in -Richtung Psychotherapie gefunden. Es gibt sie aber. Und es gibt ganz sicher gute Psychologen, die das eigene Problem erkennen und nicht nur nach einem bestimmten Strickmuster verfahren. Aber man muß natürlich suchen, nicht jeder paßt auf einen. Denn auch dort gibt es viele schwarze Schafe, die ihre Arbeit einfach schlecht machen. Wie in anderen Berufen auch.
Ich lese bei Dir aber nicht heraus, daß Du überhaupt ganz aufhören möchtest. Oder irre ich da?
Sophia |
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panther Topuser


Anmeldungsdatum: 10.10.2007 Beiträge: 1778 Wohnort: ich wohne in mir. mein zu hause ist meine seele

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Verfasst am: 04 Sep 2008 6:10 Titel: |
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vor dem eigentlichen trinkrückfall geht ein verhaltensrückfall vorraus
dieser satz trägt mich
es ist keine schande alkoholkrank zu sein oder rückfällig geworden zu sein,
es ist aber eine schande nichts dagegen zu tun.....
lg panther |
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nigrin Aufsteiger

Anmeldungsdatum: 21.12.2008 Beiträge: 49

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Verfasst am: 05 Jan 2009 21:44 Titel: rückfall |
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| Ich habe mir eure ganzen berichte sehr genau durchgelesen, aber was mir aufgefallen ist ihr schreibt immer über rückfälle die in einem eigentlichen sehr kurzen zeitraum geschehen. Ich war 10 jahre lang trocken und habe gut damit gelebt. Ich bin im gastgewerbe und alkohol war gang und gebe. Ich hatte nie probleme damit das jemand etwas neben mir getrunken hat. Nur manchmal habe ich gedacht das ich ewas freier und lustiger war als ich noch getrunken habe. Ja irgentwie geht die hemmschwelle vor allendingen wenn man eigentlich sehr ruhig und ewas schüchtern ist zurück. Das war aber nicht so schlimm und es hat mich auch nicht wirklich gestört. Ich bin rückfällig geworden weil ich ziemlich schlimme erlebnisse gehabt habe und mehr oder weniger gesagt habe das oder etwas anderes. heute bereue ich es und hoffe so schnell wie möglich wieder wegzukommen, aber was ich eigentlich sagen will, ist, man ist nie gefeid vor einen rückfall auch nicht nach 10 jahren. |
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ceres0905 Gast
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Verfasst am: 06 Jan 2009 6:55 Titel: |
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Liebe Iris,
gefeit ist niemand, das ist so.
Aber gerade nach längerer Zeit sollte man vielleicht immer mal den Sitz der Fangnetze überprüfen. Sind die überhaupt noch da, werden sie halten? Was man vor langer Zeit als Notfallkoffer gepackt hat, funktioniert vielleicht heute gar nicht mehr.
Und letztlich ist es wichtig, was man aus einem Rückfall macht. Ob man dagegen angeht, wie man das tut, was man für die Zukunft mitnimmt.
LG
Ceres |
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