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Nützen strenge Regeln und Verbote etwas?
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Desteny
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BeitragVerfasst am: Mi 20.04.2011 07:53    Titel: Nützen strenge Regeln und Verbote etwas? Antworten mit Zitat

Guten Morgen zusammen,

Ich möchte hier das Thema Kinder und Alkohol
noch einmal aufgreifen, weil ich glaube das es
aus dem Thema der Woche heraus doch
Diskussionsbedarf hat .
Ich habe mit Absicht einen grünen Bereich gewählt,
weil ich denke das dieses Thema auch für *nur* Mitleser
sehr wichtig ist .

Bei mir war es so, das ich mit 12 Jahren angefangen
Alkohol zu konsumieren weil ich durch eine Freundin
in eine Cluiqe kam wo härtere Drogen konsumiert wurden.
Da ich dazugehören wollte und vor den harten Drogen
Schiss hatte griff ich zum in meinen Augen kleineren Übel
dem Alkohol.
Meinen Eltern war das nicht aufgefallen oder sie wollten
es nicht sehen...kann ich jetzt nicht sagen auf jeden Fall
hatten sie nur Augen dafür und Verbote sowie Strafen wie
Stubenarrest das ich den Umgang mit meiner Freundin
pflegte.
Ihre Verbote und Strafen kamen nur auf den Bezug das
sie Drogen nahm, den Alkohol ließen sie da völligst aussen
vor.
Bei mir war es so das gerade, je mehr sie mich bestraften
oder Verbote aussprachen , umso sturer wurde ich und
gerade das brachte mich auch dazu aus Trotz weiter zu
trinken . Ich hätte glaub ich auch nur getrunken um sie
zu treffen oder so .Ich wollte genau das Gegenteil von dem
machen was sie sagten .

Früher war es auch recht leicht an den Alk zu kommen heute
hat man Freunde die über 18 Jahre alt sind und
den Alkohol dann eben besorgen .
So weiß ich es von jungen Erwachsenen die ich in der
Entzugsklinik kennenlernte , von ihren Erzählungen .
Verbote , Strafen und strenge Regeln interessierten diese
Jugendlichen auch nicht , bei ihnen trat dann auch eher das
Gegenteil ein indem sie den Gedanken bekamen wie ich
damals auch : Jetzt erst Recht !
_________________
Liebe Grüße
Desteny

*Meine innere Zufriedenheit ist eine Heimkehr zu mir Selbst*
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Aliferris
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BeitragVerfasst am: Mi 20.04.2011 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo allerseits,
Liebe Desteny,

Verbote alleine werden wohl nicht viel bringen. Ist es nicht so, dass gerade die "verbotenen Kirschen in Nachbars Garten am besten schmecken"? Verbotenes ist für Jugendliche interessant. Es hat auch ein bisschen mit Spannung, Abenteuer und Nervenkitzel zu tun. Hinzu kommt, dass viele Erwachsene es den Kiddies und jungen Erwachsenen vorleben. In vielen Familien gehört eben Alkohol dazu und in manchen Familien hat er den gleichen Stellenwert wie das tägliche Brot. Was soll denn am Alkohol so gefährlich sein, wird sich folglich manch junger Mensch fragen - obendrein ist es eben cool in der Clique mithalten zu können und mit Alkohol lassen sich manche Ängste scheinbar prima überwinden. Alkoholkonsum ist unserem Kulturkreis verbreitet und das Stöffchen selbst, in welcher Form auch immer, ist verhältnismäßig preiswert zu haben.

Einen Ausweg aus dieser Misere wird es ad hoc vermutlich nicht geben. Alkoholverbote haben sich ebenfalls nicht durchgesetzt - was passiert, wissen selbst Nichthistoriker, wenn die Stichworte "Prohibition in Amerika im frühen zwanzigsten Jahrhundert" fallen. Die einzige Chance sehe ich persönlich darin, dem Nachwuchs "zufriedene Alkoholfreiheit" vorzuleben. Jeder einzelne von uns sollte sich diesbezüglich selbst in die Pflicht nehmen und sei es eben lediglich damit ein Zeichen zu setzen.

Mein Ehemann Rudi und ich sind beide ehrenamtlich in der Suchtkrankenhilfe tätig und ich leite bei uns die Arbeitsgruppe "Suchtprävention". Wir gehen in die Schulen, Betriebe und Vereine und sprechen mit den Jugendlichen - freilich nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern locker mit spannenden Elementen, wie beispielsweise "Rauschbrillenaktionen". Das kommt gut an und wenn es nur einer einzigen Person aus der Zielgruppe geholfen hat, dann werte ich es als Erfolg.

Herzliche Grüße,
Aliferris
_________________
>>Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand - Jeder meint genug davon zu haben.<<
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Ceres
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BeitragVerfasst am: Mi 20.04.2011 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

Aliferris hat Folgendes geschrieben:
und mit Alkohol lassen sich manche Ängste scheinbar prima überwinden.


Vielleicht liegt da ein Aufhänger.
Ein Mensch, der nichts wegspülen muß, braucht keine Flüssigkeit.
Und wer keine Ängste hat, muß nichts mit welchen Mittel auch immer überwinden.

LG

Ceres
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Desteny
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BeitragVerfasst am: Mi 20.04.2011 09:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ali,

Zitat:
Hinzu kommt, dass viele Erwachsene es den Kiddies und jungen Erwachsenen vorleben.


Das kommt ja noch hinzu und macht die Eltern auch nicht
gerade glaubwürdiger.
Ich persönlich fand es schon eher lustig und rein gar nicht
ernst zu nehmen wenn meine Mutter mir zum Beispiel mit
einem vorwurftvollen Ton sagte wie schädlich das rauchen
sei , selbstverständlich mit einer eigenen Zigarette in der
Hand .
Oder das Alkohol auch gefährlich sein könnte sah ich nicht
da dieser bei Feiern auch immer bei meinen Eltern in Strömen
floß.
Selbst als mein alkoholkranker Onkel mich vor meinem
Alkoholkonsum warnte ( er sah was los war) nahm ich es nicht
ernst weil ich dachte : Ist klar ...der aber ich doch nicht , ich bin
jung und hab alles im Griff.
_________________
Liebe Grüße
Desteny

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Maxe
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BeitragVerfasst am: Mi 20.04.2011 20:40    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die einzige Chance sehe ich persönlich darin, dem Nachwuchs "zufriedene Alkoholfreiheit" vorzuleben.


Hm Ali, ein Wunschtraum...und auch ein sehr unrealistischer. Wir leben nicht, und werden auch nie in einer alkoholfreien Welt leben. Ein Glas Wein zum Essen oder ein Glas Sekt auf einer Feier hat noch nie jemanden geschadet. Dann also eher einen normalen Konsum vorleben, aber keine heile Welt...

Maxe 8+)
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Aliferris
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BeitragVerfasst am: Mi 20.04.2011 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Maxe,

ganz kurz, da ich noch zu tun habe:

Bei "zufriedener Alkoholfreiheit" vorleben, dachte ich ganz sicherlich nicht an "heile Welt" spielen. Das würde mir zu utopisch anmuten und ich bin zu sehr Realistin, um dies für möglich zu halten. Ich dachte bei diesen Worten eher daran, den Kids und jungen Erwachsenen vorzuleben, dass man die Droge Alkohol nicht einsetzt, um sich in andere Stimmung oder Partylaune zu bringen, oder gar gezielt versucht, damit Probleme zu kompensieren, oder, oder, oder...

Wenn jemand verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen kann, dann ist das schon die Richtung, an die ich auch denke. Unter meinen Postings steht ein Spruch von Paracelsus und dieser steht nicht umsonst da... zwinkern:

Liebe Grüße,
Aliferris

... die einst beim Alk und anderen Stöffchen die Dosis falsch bemessen hat. :roll:
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Maxe
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BeitragVerfasst am: Do 21.04.2011 06:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Aliferris,

das hätte mich doch auch gewundert.:roll:

Nur hätte ich
Zitat:
zufriedener Alkoholfreiheit
so jetzt nicht interpretieren können.

Einen schönen Tag und viel Erfolg weiterhin bei eurer "Suchtprävention".

Maxe 8+)

PS: Trotz Urlaub bin ich um 06:00 Uhr wach und könnte gerade Bäume ausreißen...
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nana
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BeitragVerfasst am: Do 21.04.2011 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Bis zu einem gewissen Alter ziehen Verbote wohl- doch irgendwann rebelliert doch jedes Kind- und muss damit nicht unbedingt etwas "wegspülen"...
Ausprobieren, Grenzen testen- das ist doch normal- war bei uns doch auch nicht anders....;)
Ich selber hab erst im Alter von 18 Jahren mit dem Alk angefangen- meine Eltern waren mir ein denkbar schlechtes Beispiel und ich wollte nix mit Drogen egal welcher Art zu tun haben... Auch das rauchen kam bei mir erst mit 18 Jahren.. Und beides kam durch Trotz- weil meine Eltern mir meine Clique verbieten wollten- sie hatten zwar recht und ich hab zu dem Zeitpunkt viel Mist gebaut- doch wäre jemand da gewesen, der mir zugehört hätte- RICHTIG zugehört- ich hätte mir so manches sparen können...
Und das meinte ich damit, den Draht zu den Kindern nicht verlieren- ich möchte, dass meine Kinder immer zu mir kommen können - oder jemanden haben, zu dem sie gehen können und dem sie vertrauen.. Noch bin ich es und ich versuche, dass es so bleibt...
Ich weiss, dass in der Klasse meiner Tochter schon einige rauchen und Alk getestet haben - und in der Klasse sind 11- 13 jährige...

lg nana
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heide
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BeitragVerfasst am: Sa 06.08.2011 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ein Mensch, der nichts wegspülen muß, braucht keine Flüssigkeit.
Bin heut über Ceres Satz gestolpert.
Grade auch in Bezug auf Jugendliche.
Eigentlich ist dieses Thema ein rotes Tuch bei mir. Kann ich nicht gut umgehen damit. Nicht sachlich bleiben vorallem.
Aber im Moment habe ich dazu genügend Abstand.
So das ich mich auch auf diesen Satz einlassen kann.

Was müssen Jugendliche wegspülen?
Was fehlt ihnen, das sie diese Lücke auf diese Weise füllen müssen?
Was ersetzt, gibt ihnen der Rausch?

Kann man dieses saufen bei Jugendlichen mit Gruppenzwang, falsche Freunde usw. erklären?
Sind es wirklich immer nur schlechte Vorbilder die Kinder/Jugendliche zum trinken animieren?

Welche "Ersatz" könnten wir unseren Jugendlichen anbieten?

Fragen über Fragen.
Mit ganz grossen Fragezeichen dahinter.

Lb. Gruss
Heide
_________________
Es ist schön zu leben,
weil Leben anfangen ist,
immer, in jedem Augenblick.
-Cesare Pavese-
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schnuselina
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BeitragVerfasst am: Sa 06.08.2011 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

hallo heide

ich denke als jugendlicher mensch in der pubertät spült man zum beispiel nervosität weg, unsicherheit, oder man trinkt um "stärke/coolness" zu zeigen.
wenn ich mir manchmal diese welt betrachte, in der der leistungsdruck stetig zunimmt, die jugendlichen aber nur spärlich raum haben weil es in meiner stadt zum beispiel seit jahren kürzungen in der jugendhilfe gibt... da ist es nciht groß verwunderlich, das es zum frustsaufen der jungen leute kommt. in meiner stadt gibt es eine werbekampagne der kürzungsgegner : ein t-shirt mit dem aufdruck : " ich bin zu jung für diese stadt"...
es wurden jugendklubs geschlossen, richtig gute konzepte , die jahrelang wunderbar liefen zugunsten der rathausschulden etc einfach mal platt gemacht.. es ist auch ein gesellschaftliches problem, finde ich.

konsumgesellschaft is hier für mcih auch ein stichwort...
was nich passt wird weggeworfen, wir kaufen ein neues...
wenn es einem kind von anbeginn nahe gebracht wird das es mit dingen achtlos umgeht, weil es ständig neues hagelt, wie soll es dann den wert einer sache schätzen? und wenn diese dinge dann noch zum trostspender einegsetzt werden, wie soll ein mensch dann lernen mit frustration etc. umzugehen?

ich verzettel mich und e sis spät ich kannmich schwer ausdrücken gerade...
ich denke es is auch ein problem das vieles so schwer wirklich greifbar ist...also in bezug auf mediendings. internet, handy, tv und was weiß ich nich noch alles... es blinkert und blinkert überall, und es rauscht alles an einem vorbei , vielleicht wird es dadurch zunehmend schwerer echte realitäten zu leben. vielleicht ist es schwer dann zwischen klingeltonwerbung und schülervz und pc-spiel irgendwie sein SEIN zu zeigen.. weil es nicht so viel hergibt, wie im netz angepriesen, weil es nicht dem avatar im spiel entspricht sondern so ganz einfach nur ein pubertierender, wahrscheinlich verunsicherter mensch is, der erst zu sich finden muss, weil auf einmal alles so anders ist...
ich weiß nicht, ich bin froh das es bei mir noch nich ganz so derbe zuging, mit www etc...
das ich in einem jugendklub war, das ich ausserdem noch in der ddr großgeworden bin bis ich 9 jahre alt war.. da war alles als kind herrloch friedlich für mich.. es gab immer was zu basteln, es gab immer was zu tun ( altpapier sammeln ;) ) und meine eltern hatten arbeit, und auch keine angst drum...

ich will nich so schwarzmalerisch sein, aber ich finde es geht echt etwas bergab, was werte etc betrifft... bei meinen kindern bemühe ich mich stetig das sie die welt wirklich erfahren, nicht durch schrott und müll aus m fernseher, sondern durch spielen und probieren und das bitteschön ohne "hellokittyblingbling" oder so derb übertriebenen scheibenkleister.

muss jetz in de heia.
lg suse
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Ceres
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BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 09:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
bei meinen kindern bemühe ich mich stetig das sie die welt wirklich erfahren, nicht durch schrott und müll aus m fernseher, sondern durch spielen und probieren und das bitteschön ohne "hellokittyblingbling" oder so derb übertriebenen scheibenkleister.


Und genau da fängt es an.
Man kann nicht mehr die Welt ändern, dafür ist sie zu groß geworden.
Aber unsere kleine Welt, die können wir noch bestimmen.

Sicher haben auch unsere Jugendlichen schon Dinge wegzuspülen, denn sie haben ihre ganz eigenen altersgerechten Sorgen (auch wenn die in unserem Denken nicht so bedeutend sind): Schule, Freunde, Aussehen...
Und ist dann immer jemand da, der sich das anhört?

Warum sind wir hier im Forum? Um zu reden, um jemanden zu finden, der zühört. Das ist bei unserem spezifischen Thema auch nicht immer der Fall.
Wir reden um nicht trinken zu müssen.
Und die Jugend?

Mein Kind glaubt mir jedes Wort, er hat absolutes Vertrauen zu mir (weil ich mal recht hatte und er daraus schließt, daß das ein Naturgesetz ist).
Und deshalb kommt er auch mit allem und wirklich allem angelaufen. Da sind viele Dinge dabei, die mich nicht interessieren. Aber ich höre zu und konzentriere mich für einen Moment auf ihn. Und das eben so lange, bis er eine Lösung hat.
Er braucht einen Anlaufpunkt und ich wünsche ihm, daß er immer einen hat, und nichts im Kämmerlein allein wegspülen muß.

LG

Ceres
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Buenompa
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BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Meinung dazu ist >

Unsere Kinder brauchen mehr Platz, Raum, Aufmerksamkeit und Zeit..

Menschen die für sie DA sind,
die sie Wahrnehmen,
die sie Wichtig nehmen,
Ohren die Zuhören,
die ihre Weltdramen - sprich Probleme nicht klein reden
sondern sie als das Beachten, wie sie für das Kind, in dem Moment sind....

Wir Erwachsene sollten uns immer wieder daran erinnern,
das Kinder keine selbstverständlichkeit sind
sondern wertvolle Geschenke die uns anvertraut wurden,
eine wundervolle Aufgabe sind,
für die WIR selbst Verantwortung tragen....

Jeder Einzelne der das Beherzigt - ist eine Erinnerung für Alle - regt das Nachdenken an !

Es gilt nicht nur unseren Kindern gutes Vorzuleben
sondern auch der Gesellschaft,
vor allem unserer direkten Umwelt
und diese daran teilhaben zu lassen....

Ich bin der Meinung, das jeder Einzelne, der so in seinem Umfeld wirkt,
wichtigen einfluß auf das ganze nimmt...

Die Welt verändert man im Kleinen - nicht im Großen!
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Aliferris
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BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo allerseits!

DANKE liebe Schnuse.
DANKE liebe Ceres.
DANKE liebe Buenompa.

Ihr sprecht mir aus der Seele.

Einen schönen Sonntag Euch allen,
Eure Ali

_________________
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Desteny
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BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen zusammen ,

Ich schreib mal wie ich es für mich empfunden hatte als Jugendliche -
Kind .

Was müssen Jugendliche wegspülen?

Bei mir war es so das es dieses nicht verstanden werden war. Das keiner
zu - hinhörte - jeder Erwachsene wegsah und ich mich mit all meinen
Problemen allein fühlte.

Was fehlt ihnen, das sie diese Lücke auf diese Weise füllen müssen?

Mit fehlte Sicherheit, Halt, Vertrauen, Wärme, das reden können was mich belastete.

Was ersetzt, gibt ihnen der Rausch?

Mir gab der Rausch als Jugendliche nicht fühlen zu müssen , mich stark zu
fühlen, er gab mir das Gefühl alles für diese Momente des Rausches vergessen zu können.
Ersetzt hätte ihn das Dasein der Erwachsenenwelt in meinem Umfeld.

Welche "Ersatz" könnten wir unseren Jugendlichen anbieten?

Uns selbst das wir sie wahrnehmen - ihnen zuhören . sie ernst nehmen
und ihnen unseren Halt geben - sie nicht allein mit sich lassen .
_________________
Liebe Grüße
Desteny

*Meine innere Zufriedenheit ist eine Heimkehr zu mir Selbst*
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heide
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BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 11:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,-

habt vielen Dank für eure Gedanken.
Sie sind sehr interessant. Und decken sich in vielem mit dem was ich auch denke,-
nämlich dass das unseren Kindern zuhören, sie wahrnehmen, sie ernst nehmen, für sie da sein das A und O ist.

Was aber, wenn man denkt das man dies seinem Kind gegeben hat?
Das man ihm dieses "Grundbedürfniss" erfüllt hat.
Und es aber trotzdem manches wegspülen musste.

Zitat:
Wir reden um nicht trinken zu müssen.
Und die Jugend?

Kann es sein, das es ein "zuviel" gibt? Ein zuviel an für sein Kind dasein? Kann es sein, das dieses Dasein sollen (und alles was da dazu gehört) falsch verstanden wird von den Eltern? Denn nicht die mit dem Kind verbrachte Menge an Zeit ist ausschlaggebend, sondern WIE diese Zeit verbracht wird.

Und wenn nun ein Kind, auch wenn es ein gutes Gerüst an den drei Z´s (Zeit, Zuwendung, Zärtlichkeit) mitbekommen hat, trotzdem abgerutscht ist,- kann es sich irgendwann wieder auf dieses "Gerüst" zurückbesinnen und sich daran wieder aus dem Sumpf ziehen?

Was ist, wenn dies nicht (mehr) reicht?
Zitat:
Man kann nicht mehr die Welt ändern, dafür ist sie zu groß geworden.
Aber unsere kleine Welt, die können wir noch bestimmen.

Zitat:
Ich bin der Meinung, das jeder Einzelne, der so in seinem Umfeld wirkt,
wichtigen einfluß auf das ganze nimmt...

Was wenn dieses Kind nicht mehr in dieser kleinen Welt ist? Wenn es schon längst eine so ganz andere Welt kennen gelernt hat?
Eine Welt des Alkohols, mit all, aber wirklich all seinen negativen Auswirkungen.
Welchen "Einfluss" habe ich da noch???? Was kann ich da noch "bestimmen"????
Ist dieses Kind nicht schon längst viel zu weit weg????

Sorry für all diese Fragen. Aber im Moment sind die mir näher, als eventuelle Antworten.

Lb. Gruss
Heide
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Es ist schön zu leben,
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immer, in jedem Augenblick.
-Cesare Pavese-
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Ceres
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BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fürchte, wir müssen hier auch unterscheiden:

Das noch lenkbare Kind in seiner kleinen Welt und das große Kind mit den Einflüssen der großen Welt.

In der Entwicklung geht es nie zurück, immer nur vorwärts oder zur Seite.
Vermeintliche Rückschritte gehen nie auf das ursprüngliche Niveau zurück, sie entwickeln ein eigenes mitunter paralleles.

Ein Zuviel an Zuwendung gibt es sicher nicht, die Frage ist, wieviel davon aufgenommen wird und wieviel sich festsetzt (wo wir wieder bei den mitunter störenden Einflüssen sind).

LG

Ceres
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Desteny
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BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo liebe Heide

Zitat:
Was wenn dieses Kind nicht mehr in dieser kleinen Welt ist? Wenn es schon längst eine so ganz andere Welt kennen gelernt hat?
Eine Welt des Alkohols, mit all, aber wirklich all seinen negativen Auswirkungen.
Welchen "Einfluss" habe ich da noch???? Was kann ich da noch "bestimmen"????
Ist dieses Kind nicht schon längst viel zu weit weg????



Da kann ich auch nur von mir erzählen , als mein Onkel mir damals seine
Hilfe anbot war es für mich schon zu spät ich war in meiner eigenen Welt
gefangen und kam mangels Vertrauens nicht mehr raus .
Auf mich hätte damals niemand mehr Einfluß nehmen können meine Welt
war für mich schon dicht für alles was von Erwachsenen von Aussen
kam . Für mich war einfach alles verlogen in der Erwachsenenwelt.

Aber ich denke das man ein Kind auch durchaus überbehüten kann was
dann das krasse Gegenbeispiel zu meiner Geschichte ist .
Wenn man ein Kind sich nicht sich selbst entfalten läßt , es immer im
Auge hat es nie seine eigenen Erfahrungen machen kann, es nicht
loslassen kann um zu sich selbst zu finden für ein späteres stabiles
eigenes Erwachsenenleben . Ihm sein Leben vorschreibt und immer
darauf achtet das es den Weg auch einhält .
Wenn man die Fehler die ein Kind macht selbst korrigiert anstatt das
Kind selbst zu dem stehen zu lassen was es verbockt hat . Ihm immer
und überall raushilft ...
_________________
Liebe Grüße
Desteny

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Buenompa
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BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ich seh das so >

Genauso wie ein zu frühes loslassen - schon Groß sein müssen - fatal ist,
ist ein zu spätes loslassen - Groß sein/werden lassen - fatal...

Ein zu wenig und ein zuviel,- beides ist nicht förderlich !

Ja wenn ein Kind, ein gutes Grundgerüst - Fundament erhalten hat,
ist es die hilfreiche Stütze, in dem Entscheidenden Moment,
wo das Kind "aufwacht"...
Diese Grundgerüst - Fundament kann auch ein Netz sein, das ein gänzlich Bodenloser Fall, auffängt...
Auf jedem Fall und in jedem Fall geht dieses Fundament nicht verloren
und behält immer eine wichtige Funktion,-
Selbst wenn nur noch ein Stein, ein Krümmelchen davon übrig sein sollte,
ist dies der entscheidende Eckstein worauf wieder aufgebaut werden kann.
Das was es dem Kind dann einfacher - leichter macht, beim Neuaufbau,
weil da schon mal etwas da war.

Einfluß hast Du immer und wenn es nur in form der verlässlichen Bereitschaft ist,
in jenem Moment des "Erwachen" da zu sein - bewert und urteilungsfrei -
vertrauend darauf, das jetzt greifen kann, was Du einst mit gesät hast
und vertrauend darauf was dein Kind erst alles hat lernen müßen,
bevor es wieder "Erwachen" konnte -
dann ist die Zeit da, einfach hinter seinem Kind zu stehen und an das Kind zu Glauben...Eine bessere Stützende Begleitung kann ich mir nicht vorstellen.

Ein Kind ist nie zu weit weg - es lebt immer auf der selben Erde,
auch wenn die Welten eine Zeitlang verschieden sind/waren - für beide !
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schnuselina
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Beiträge: 5117

BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 13:34    Titel: Antworten mit Zitat

huhu

ich denke das es auch ein zuviel geben kann, ein zuviel des guten, was sich dann in unselbstständigkeit/ unmut etc.. äußern kann.
wenn ich mein kind immer festhalte beim klettern wird es sehr wahrscheinlich nie runterfallen, es wird aber dann auch nich erfahren das es dieses klettergerüst ganz alleine bestiegen hat. oder das es fallen kann, um wieder aufzustehen , weil jemand daneben steht der es tröstet.
also überbehütung , da wird mir persönlich schlecht, weil ein kind sich dann nicht entwickeln kann...

und wenn ein kind eine gut austarierte kleine welt hatte, dann kann es eben dennoch passieren, das es sich in der großen verliert, denn auch mit viel gutem von früher, kann es passieren das einem das leben zuviel wird und man sich in der sucht verliert..., denke ich.
da hat man dann als mutter nur noch wenig einfluss, und bestimmen kann man dann auch nichts mehr.. alles was man machen kann, denk ich , ist das kind weiter zu lieben, unterstützung anzubieten, sofern es diese noch will...sich selbst nich dabei verlieren, und sich vorallem daran zu erinnern, das man das beste was in der eigenen macht stand getan hat, als man es erzogen hatte.
das kind dann loslassen, und es seine erfahrungen machen lassen. sich nicht schuldig fühlen, denn wenn man es mit liebe und vertrauen großgezogen hat, was hätte man noch machen sollen? irgendwann sind die kinder groß, und sie denken selbst.
hoffnung ist dann das die großen kinder sich an das erinnern was sie beruhigt hat damals.. und so raus kommen aus dem was sie hindert.

ich denke man kann/sollte seine kinder nicht vor den negativen erfahrungen die das leben mit sich bringt auf teufel komm raus bewahren. das hindert sie im eigenen wachsen. und für mich beginnt es damit das ich meine kinder beim klettern eben nicht dauernd umspringe, sondern das ich ihnen vertraue, und sie sich selbst und mir. denn sie wissen das ich daneben stehe um zu pusten wenns weh tut..so ungefähr..

es gibt diesen spruch vom gibran... ich kann ihn nich auswendig, aber es geht darum das unsere kinder uns nicht gehören...
wir sie lieben sollen und achten , aber sie nciht besitzen sollten.
genauso seh ich es auch.

lg suse
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Maikaefer
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Beiträge: 9901

BeitragVerfasst am: So 07.08.2011 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich war fast fertig beim schreiben....und dann verschwand alles urplötzlich..hmmm....
las Sonjas Zeilen die meine Meinung dazu so gut
wiedergab, daß ich mir dem gerne anschliessen möchte.

*****

Ich begegne oft Verzweifelung um mich....Eltern, die sich um ihre
"jungen Erwachsenen" Sorgen machen und jeder stellt sich die Frage:
Habe ich was falsch gemacht?
Hätte ich....was wäre wenn..usw.
Hier geht es nicht "nur" um Alkohol oder anderen Drogen.
Es geht zum Teil auch um den Willen zum Leben.

Jeder im Freundeskreis grenzt sich ab.
Diese Erfahrung hat bislang fast jede Teenageelternteil machen müssen.
Um selber zu "überleben".
Es gibt auch die "Wunderkinder", die ohne großes TamTam durch diese
Zeit gehen.
Persönlich stufe ich mich ein wenig in der Gruppe ein.
Aber dafür kam es dann später "hoch in mir".

Das Selbstbewußtsein baut sich auf vielen, vielen kleinen oder
größeren Puzzelteilen auf.
Als Eltern oder Angehörige haben wir nur bedingt Einfluß darauf.

Es gehört ein gewisses Selbstbewußtsein dazu um das Leben gut zu
bewältigen. Und falls es mal einen Knacks hat, braucht es Zeit.

Wir als Eltern können nur bedingt helfen.
Wir können da sein - aber nur bis zu einer gewissen Grenze.

Aufklärung hin oder her...
ich bin ein Befürworter für Aufklärung als Prävention.
Das nicht mißverstehen.
Aber diese Prävention muß auch ankommen und angenommen werden.

Entscheiden tut sich der Einzelnen für sich...
ob Kind oder Erwachsene...
zum Teil sogar sehr "unbewußt".
Es gibt viele Einflüsse von Innen als auch von Außen.

Professionelle Hilfe kann erforderlich und entlastend sein.
Wenn das Kind ggf. der Erwachsene diese Hilfe für sich annimmt.
Damit das "Stolpern" unterbrochen wird.
Diese Hilfe können Überlebenswichtig für Beide Parteien sein.
Um nicht zu "Stocken" und sich im Kreise drehen.

Ich wünsche euch Alle das Beste für euch.

Lieber Gruß

Susanne
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