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Was ist Liebe?
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Sallis
Gast





BeitragVerfasst am: Di 13.02.2007 03:26    Titel: Was ist Liebe? Antworten mit Zitat

Hi Leute,

na das wird hier eine heisse Diskussion vermute ich mal. lol:

Warum es genau hierin zu finden ist? Weil es immer wieder zu finden ist, dass sich die Angehörigen darauf "berufen", sie würden schließlich den Partner lieben, es aus Liebe tun, bleiben usw.

Dass man so einfach mal von heute auf morgen jemanden verlassen oder aufgeben kann, mit dem man Kinder hat, Jahre voll Gemeinsamkeiten verbrachte, sich etwas aufbaute, erwartet sicher niemand. Dafür hat jeder Verständnis, dass es eben nicht so einfach geht.

Nur - was ist mit der vielzitierten Liebe? Dass Gefühle existieren, bezweifelt glaube ich auch selten einer. Nur - welche Gefühle sind das?

Ich möchte beginnen, indem ich einen Satz in den Raum stelle.

Die Liebe ist kein Gefühl, sie ist eine Geisteshaltung.

Verliebtheit ist also ganz etwas anderes, denn das sind Hormone, die die rosarote Brille aufsetzen, lange "Abstinenz" (tatsächlich), Sehnsucht nach Geliebtwerden also u.ä. Sie kann sogar künstlich gefördert werden, indem man es zu großer Adrenalinausschüttung unter bestimmten "aufregenden" Situationen kommen lässt. (aus Bas Kast: Die Liebe und wie Leidenschaft entsteht) Gemein, was?

Liebe gründet sich auf Achtung, Akzeptanz, Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten, Interessen, Zweckmäßigkeit, Wertevorstellung, Lebensziele usw.

Liebe ist also mehr. Und wie kann man jemanden lieben, der einem permanent weh tut? Der stinkt, grauselig ausschaut, einen schlägt, belügt, zur Köperlichkeit kaum noch fähig ist und mehr? Zu dem man die Achtung verliert?

Warum findet man beständig diese gegensätzlichen Paare, depressiver Typus, schizoider z.B., die sich irgendwann entweder die Köpfe einschlagen oder ener genervt aufgibt und davon läuft, Tabletten schluckt (oh ja gibts gerade bei diesem Paar), oder dem Zwanghaften und Hypochondrischen?

Die Antwort darauf hängt nämlich bereits schon wieder mit der Grundstruktur des Co zusammen. Darum also, bitte feste diskutieren.

:Spam1.gif Eure Sallis
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Sallis
Gast





BeitragVerfasst am: Mi 14.02.2007 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zu komplizeirt gewesen?
Scheint so. Wie schade, denn für Co´s so wichtig. zwinkern:
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Andythecandy
Gast





BeitragVerfasst am: Mi 14.02.2007 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe ist prinzipiell... unbeschreiblich.

Zitat:
Liebe gründet sich auf Achtung, Akzeptanz, Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten, Interessen, Zweckmäßigkeit, Wertevorstellung, Lebensziele usw.

Liebe ist also mehr. Und wie kann man jemanden lieben, der einem permanent weh tut? Der stinkt, grauselig ausschaut, einen schlägt, belügt, zur Köperlichkeit kaum noch fähig ist und mehr? Zu dem man die Achtung verliert?


Ja, das ist zu hinterfragen. Ich denke, man klammert sich sehr lange an die Erinnerung besserer Zeiten, derentwegen man noch mit diesem Menschen zusammen bleibt. Irgendwann, und da hast Du recht, arrangiert man sich offenbar mit dieser Situation, man kann gar nicht mehr anders. Man ist - Co- Abhängig.

Wenn man aber von Liebe in Zusammenhang mit den oben angeführten Eigenschaften redet, so kann man - als Liebender und Geliebter! - sehr wohl diese Akzeptanz, diesen Respekt, und diese Achtung einfordern. Man gibt sie ja auch, und echte Liebe kann und darf niemals eine Einbahn sein. So ist es nicht nur das Recht, sondern eigentlich auch die Pflicht eines Menschen in einer funktionierenden Beziehung, die auf Liebe aufbaut, bei gravierenden Schwierigkeiten aktiv zu werden und den anderen sozusagen "mit der Nase in die eigene Sch****e zu stoßen". Liebe heisst auch Verantwortung gegenüber den anderen - und zwar in einer Art, die die Konsequenzen des Handelns aufzeigt, und nicht, dem anderen die Konsequenzen seines Handelns abzunehmen.

Ein kleiner Einwurf - Liebe ist immer kompliziert ;)

LG - Andy
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Sallis
Gast





BeitragVerfasst am: Fr 16.02.2007 01:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Andy,

das hast du aber schön gesagt! :2006:
Danke und viel Glück wünsche ich dir, damit du nicht nur noch bei euch von Erinnerungen leben musst.

Liebe Grüße an dich, Sallis
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Christa
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 29.04.2006 09:04
Beiträge: 6973

BeitragVerfasst am: Fr 16.02.2007 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Sallis,

sehr schöner Artikel und ich hätte ganz ehrlich mehr antworten hierauf erwartet.

Ja was ist eigendlich Liebe??? Kennt die Liebe überhaupt jeder????

Wie ist die Liebe bei einem Co???????

Aus meiner Sicht ist die Liebe ein Gefühl die man für einen Menschen hat, nur eben auch Gefühle können unbewußt auch kaputt gemacht werden. Und Menschen können manchmal nicht mehr von Liebe sprechen, denn schließlich hat man sich an einen Menschen gewöhnt, liebt ihn vielleicht nicht mehr, möchte aber auf den gewohnten Lebensstandart nicht verzichten und liebt die Bequemlichkeit, kann auf viele zusprechen, muss aber nicht sein.......

Naja hab mal wieder Schwierigkeiten das rüberzubringen was ich eigendlich möchte, vielleicht die Medikamente????

Danke liebe Sallis für diesen Beitrag!

Liebe Grüße
Christa
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Sallis
Gast





BeitragVerfasst am: Mo 19.02.2007 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Christa,

ich denke, ich verstehe was du meinst. Gewohnheit, Angst vor dem Unbekannten, was ohne den gewohnten Partner kommt, die finanzielle Seite... alles begreifliche Dinge. Nur, und das denke ich eben auch, sollte man das Wort Liebe nicht noch mehr quälen, sondern die Dinge beim Namen nennen. Eine Ehe ist ja schließlich auch eine wirtschaftliche Gmeinschaft (oder nach vielen Jahren geworden).

Ich habe nur immer wieder was dagegen, wenn Leute sagen, sie lieben noch jemanden, wo gar keine mehr sein KANN (dein Satz, dass die Gefühle verschwinden). Und da stecken eben irgendwelche andere Gründe dahinter.

Ich nehme denen die Gefühle ab, die das sagen. Gefühle sind es bestimmt, aber andere: verletztes Ego (hat jeder!), gekränkter Stolz (auch legal), Angst. Wenn man aber DIESE eigentlichen Ursachen klar gemacht hat, fällt es um vieles leichter, auch mal eine unsinnige Beziehung zu beenden.

Ich find´s ok mal darum Wut zu haben, wenn man verletzt wurde, halte es aber für bedenklich jemanden trotzdem noch am Rockzipfel zu hängen, obwohl der einen verdrischt, oder anders demütigt. Spätestens dann sollte man sich fragen, was mit einem selber nicht stimmt.
DAS ist das wichtigeste für den Co in "Punkto Liebe".

Dicken Knuddel an dich, Christa,
Sallis
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Sallis
Gast





BeitragVerfasst am: Do 01.03.2007 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Ihr Lieben,

habe im Internet noch etwas Schönes über dieses Thema gefunden. Es drückt prima aus, was ich sagen wollte.
Ich stelle es jetzt einfach mal ergänzend ein:

- Gesunde Liebe kommt aus einem Gefühl der Fülle, wir fließen über vor Liebe.
- Süchtige Liebe versucht ständig eine innere Leere zu füllen.

- Gesunde Liebe fängt mit der Eigenliebe an und wir sind für uns Selbst der ehrlichste, zärtlichste und rücksichtsvollste Freund.
- Aus süchtiger Liebe versuchen wir gerade dann eine Beziehung herzustellen, wenn wir uns unsicher und angstvoll fühlen.
- Süchtige Liebe verhindert den ehrlichen Kontakt zu uns selbst und wir sind ständig auf der Suche nach Liebe von einer ganz bestimmten Person.

- Gesunde Liebe kommt zu uns, sobald wir es aufgegeben haben danach zu suchen.
- Süchtige Liebe wird gesucht.

- Gesunde Liebe ist Teil der menschlichen Struktur, sie kann nicht von der gesamten Person getrennt werden.
- Süchtige Liebe ist hochgradig abgespalten: sie wird erlebt in Form von Sex und romantischen Affären.

- Gesunde Liebe erlaubt uns verletzlich zu sein, weil wir uns innerlich sicher fühlen.
- Süchtige Liebe basiert auf einem labilen Fundament. Wir haben ständig das Gefühl, dass wir uns schützen müssen.

- Die gesunde Liebe wächst langsam wie ein Baum.
- Die süchtige Liebe entfacht schnell, wie durch Zauberei.

- Die gesunde Liebe legt Wert auf Zeiten des Alleinseins, genauso wie auf Zeiten mit dem Partner.
- Die süchtige Liebe fürchtet sich vor dem Alleinsein.

- Die gesunde Liebe umfasst das Gleichgewicht von männlichen und weiblichen Anteilen in jeder Person.
- Die süchtige Liebe schafft die super-maskulinen oder super-femininen Eigenschaften und verführt uns dazu, die fehlende Hälfte in einer anderen Person zu suchen.

- Die gesunde Liebe stärkt uns, um die eigene Kraft zu spüren und um uns einen eigenen Lebensraum zu schaffen und glücklich zu sein.
- Die süchtige Liebe sieht den anderen immer so als hätte er die Macht über uns. Wir suchen den perfekten Partner wegen der Macht, die diese Person uns zu bringen scheint.

- Gesunde Liebe ist einzigartig; es gibt keinen idealen Partner, den wir suchen.
- Süchtige Liebe ist klischeehaft und fühlt sich immer angezogen vom gleichen Typus.

- Gesunde Liebe ist sanft und angenehm.
- Süchtige Liebe ist angespannt und kämpferisch.

- Gesunde Liebe ermutigt uns ehrlich zu sein von Anfang an, einschließlich unserer Mängel und Fehler.
- Süchtige Liebe verführt uns Geheimnisse zu haben und wir möchten uns immer von „der besten Seite“ zeigen und setzen damit eine attraktive Maske auf.

- Gesunde Liebe hilft uns einen tiefen Kontakt zum inneren Selbst aufzubauen, je länger wir zusammen sind.
- Süchtige Liebe bewirkt einen Verlust unseres Selbst, je länger wir zusammen sind
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Christa
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 29.04.2006 09:04
Beiträge: 6973

BeitragVerfasst am: Do 01.03.2007 16:27    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Sallis,

*w*o*w* schweres Thema, heute ganz ehrlich nicht so mein Ding, vielleicht antworte ich später einmal darauf.

Liebe Grüße
Christa
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Sallis
Gast





BeitragVerfasst am: Fr 02.03.2007 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Christalein,

ja, gibt einem viel zum Nachdenken und ist soooo wichtig. Lass dir Zeit, diese Post rennt ja nicht weg... lol:

Wir beide haben uns darüber ja schon unterhalten.
Gar viele reden von Liebe und bleiben lange in krank machenden Beziehungen. Gut, da steht oft noch mehr dahinter: Finanzielles, lange Jahre der Gemeinsamkeit, Kinder usw. Aber wenn man das mal weglässt, sagen viele sie würden lieben und darum an der Partnerschaft festhalten.

Das ist dann ein Klammern. Klammern ist nie gut. Der geklammerte Partner verliert den Respekt vor dem Klammerer. Das zum einen. Man verloiert auch die Slebstachtung, das zum anderen.

Der Co verliebt sich oft in sein Gegenstück. Das Gegenstück ist ein Vermeider (will keine Nähe). Also einer rennt nach, der andere läuft weg. Letzterer "schlägt" oft weg, tut also dem anderen weh. Und je mehr dem anderen Klammerer weh getan wird, um so mehr klammert er. Eine furchtbare Sache, allemal keine Liebe.
Machtkämpfe, Kleinmachen, ekliges Benehmen, Ausnutzen.... und trotzdem spricht der Klammerer oder Co da von Liebe?

Je mehr man sich vom Co entfernt, um so mehr wird man ein eigener Mnesch, mit Wünschen und Bedürfnissen. Wenn man sich dessen bewusst wird, kommt oft die Trennung nach. Ein Kreislauf, der fast immer nur dem Co weh tut.

Wenn der Co mal über sich nachdenkt, warum er eigentlich den anderen liebt, warum er so ist, dass er an solch ungesunden Beziehungen festhält, verlässt er sogar oft sein Co-Dasein ganz. Denn um gesund lieben zu können, müssen zwei "gleichstarke" Partner aufeinander treffen. Zwei die sich Luft zum "Selbst_Leben" lassen.

Die LIebe des Co ist immer nur das was oben steht. Nicht sich und sein Leben leben müssen. Er lebt immer das Leben des anderen und glaubt, es sei Liebe. Es ist aber Selbstaufgabe.

Wirkliche Liebe, reife Liebe, lässt den anderen wie er ist, versucht nicht zu verändern, bedeutet sich nahe sein zu können, ohne auf Kosten des anderen zu leben, ohne sich verbiegen zu sollen. Sie ist selten und gelint wohl nur unter solch "runden" Partnern. Und wenn man ihr begegnet... ah, herrlich. *lol

Eure Sallis
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salomox3
Gast





BeitragVerfasst am: Fr 02.03.2007 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sallis,

möchte mal als trockener Alkoholiker auch ein paar Gedanken loswerden.

Die Liebe ist kein Gefühl, sie ist eine Geisteshaltung.

Hier möchte ich mal ansetzen. Kann man eigentlich Gefühle und Liebe voneinander trennen? Ist nicht gerade dieses tiefe Gefühl der Zugehörigkeit und des Vertrauens ein wesentlicher Bestandteil der Liebe das auch noch über Jahrzehnte vorhanden ist, auch wenn die Leidenschaft des Anfangs schon längst nicht mehr da ist?

Liebe ist auch das was wir in uns empfinden, das was wir gerne von anderen empfangen und auch weitergeben. Es ist also all das was uns am Leben erhält. Ohne Liebe würden wir gefühlslos durchs Leben gehen, wir würden innerlich sterben.

Ich glaube Liebe ist ein Gefühl, dass ganz tief von innen kommt und eine positive Haltung ist, die eine tiefe Verbundenheit zu einer anderen Person ausdrückt.

Die Liebe allein versteht das Geheimnis, :Spam1.gif
andere zu beschenken
und dabei selbst reich zu werden.

- Clemens von Brentano -

Ich glaube dieses kleine Gedicht macht es deutlich. Liebe braucht Toleranz und Verständnis untereinander. Jemanden zu beschenken und selbst ein Teil des Glücks zu werden das der andere gerade empfindet, das macht wohl die wahre Liebe aus.

Im Volksmund sagt man: ,, Wahre Liebe bringt Opfer", also genau das Gegenteil was Clemens von Brentano in seinem Gedicht schreibt. Poesie und reale Wirklichkeit. Leider ist es so, dass die Realität immer Sieger bleibt.

In der Realität ist es also so, dass derjenige der seinen Partner zuliebe auf etwas verzichtet, eine Beziehung festigen kann. Man bringt also ein Opfer, oder sagen wir man hat Verständnis für seinen Partner. Verständnis und Toleranz- immer noch ein Zeichen von Liebe. Wichtig sind sicherlich die Motive der nachgebenden Person.

So und jetzt wage ich mal wieder eine These aufzustellen und hoffe, dass ich damit nicht den Zorn vieler Co-Abhängiger auf mich ziehe.

Es gibt bestimmt positive und negative Motive für diese Opfer. Positiv wäre zum Beispiel, wenn derjenige der das Opfer bringt, ein positives Ereignis erzielen will. Wenn er z.B. seinen Partner glücklich machen will.

Ein edles Ziel, was mich wieder an Clemens von Brentanos Gedicht erinnert. :Spam1.gif

Negativ wäre, wenn es ein negatives Ereignis verhindern will, beispielsweise Konflikte oder Missfallen. Derjenige, der sich also für die negative Variante entscheidet, versucht etwas zu vertuschen. Er will sich der Realität nicht stellen und fängt an zu leiden.

Vielleicht entsteht auch so die Co-Abhängigkeit. Man entflieht vor der eigene Realität in eine wünschenswerten Parallelwelt. Man sagt sich immer wieder: ,, So schlimm ist es doch noch gar nicht" oder ,, Irgendwann kommt er schon zur Vernunft".

Genauso wie der Alkoholiker den Alkohol einsetzt um in der Wirklichkeit zu bestehen, versucht der Co-Abhängige, durch seine negative Opferrolle, seine eigene kleine Welt aufrecht zu erhalten.

Die Liebe spielt wohl kaum noch eine Rolle. Vielleicht gibt es da noch so etwas wie Zugehörigkeitsgefühl, aber das war es dann auch schon mit dem Gefühlen zueinander.

Naja, Gott sei Dank muss es ja nicht immer so weit kommen. Allerdings ist meine Ehe auch in die Brüche gegangen.

Die Liebe allein versteht das Geheimnis,
andere zu beschenken
und dabei selbst reich zu werden

Hört sich toll an, ist aber verdammt schwer. Oder? :denken:

LG, Klaus
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Sallis
Gast





BeitragVerfasst am: Fr 02.03.2007 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Klaus,

wow, Kompliment, das hast du aber schön geschrieben! Die Unterscheidung von negativer und positiver Opferrolle ist interessant, obwohl ich bei dem Wort Opfer zunächst zusammengezuckt bin. Dann las ich deine Bedeutungserklärung mehrmals durch und kann nur zustimmen.

Der Co versucht sich über den Partner zu identifizieren und vermeidet tatsächlich Missfallen oder Konflikte. Er hat Angst den Partner zu verstimmen, verleugnet seine Bedürfnisse total. Das Ziel des Co ist mit dem Partner zu verschmelzen. Er identifiziert sich darum über seinen Erfolg und Misserfolg, verliert sein Ich. Eine symbiotische Beziehung.

In der gesunden stabilen Beziehung leben zwei Menschen miteinander, nebeneinander, ohne den anderen verändern zu wollen, sondern sich eventuell zu ergänzen. Zwei runde Ichs, die den anderen darum auch mit den negativen Seiten akzeptieren, so ähnlich wie du es geschrieben hast: mit Toleranz und Akzeptanz. Ein bewusstes Akzeptieren, und ein Abgrenzen zum Eigenen, ohne darüber die wohlwollende Zuneigung zu verlieren. Der Verzicht, dein positives Opfern, geschieht also ohne sich zu "verlieren".

Mit der Geisteshaltung denke ich ist gemeint, dass dies ein recht bewusster Prozess ist. Eine Grundeinstellung zu einer Beziehung generell. In Hinsicht auf Verantwortung, Verpflichtung, Respekt usw. Freilich gehören Emotionen zur Liebe, aber tiefe Liebe soll mehr auf dieser Haltung zum anderen basieren.
Hmmm, darüber denke ich schon lange nach. Ich werde es wohl dieses Wochenende mit Tux "diskutieren" müssen... *brüll

Schöne Grüße,
Sallis
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Pummelchen
Gast





BeitragVerfasst am: Mo 23.04.2007 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe? Ein Traum, dem ständig das Erwachen droht! :?
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Friedrich ohne K
Gast





BeitragVerfasst am: Mo 23.04.2007 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich versteh auch unter Liebe -

Eine Zuneigung von der man nicht lassen kann !

ich gebe zu dass klingt kalt und unlogisch - ist es aber nicht so denke ich je mehr ich darüber nachdenke-

denkt mal drüber nach ? Euer Friedel
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salomox3
Gast





BeitragVerfasst am: Di 24.04.2007 21:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Friedrich,

Liebe - eine Zuneigung von der man nicht lassen kann.

Interessante These aber vielleicht auch ein bisschen gefährlich?

Sicherlich gehört die Liebe zum Leben dazu. Sie ist ein Gefühl eine Emotion und wenn man sich die Frage stellt, "was ist Liebe", so kann man dieses Theme, so glaube ich, nicht einfach in eine Schublade pressen.

Es gibt bestimmte Unterschiede in der Liebe, ob es sich um einem Ding, einer Sache, einem Menschen, Hund, Katze oder Partner handelt.

Was passiert aber wenn wir von dieser Zuneigung nicht mehr lassen können? Wenn wir unsere Liebe zu Dingen oder Sachen nicht mehr steuern können? Wenn plötzlich ein Wahn entsteht. Liebeswahn - von einer anderen Person geliebt zu werden, ohne dass diese etwas davon weiß.

Dieser Wahn ist also die krankhaft entstandene Fehlbeurteilung der Realität. Manchmal handelt es sich um eine idealisierte, romantische Liebe oder seelische Verbundenheit. Sexuelle Aspekte sind eher zweitrangig. Aber es kann auch zu einem " erzwungenen Kontakt " kommen, wie Telefonanrufe, Briefe, Geschenke.

Ob " stalking " ebenfalls als Liebeswahn einzuordnen ist, muss wohl noch offen bleiben. Zwar sucht der Betroffene auch hier die Nähe seines Opfers und belästigt durch Telefonanrufe oder unablässiges Schreiben. Aber der Unterschied beim "stalking" ist wohl die krankhafte-zwanghafte Form der erzwungene Zuwendung, die über die respektierten Grenzen des Liebeswahns hinausgeht und das Opfer verängstigt oder gar in Panik treibt.

Deshalb, lieber Friedrich, Vorsicht vor Zuneigungen von denen man nicht lassen kann.:D

LG, Klaus
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Vollmond62
Gast





BeitragVerfasst am: Do 26.04.2007 01:03    Titel: Antworten mit Zitat

Friedrich ohne K hat Folgendes geschrieben:
Eine Zuneigung von der man nicht lassen kann !


Hallo Friedel...

... ich habe Dein Posting gelesen, mir Gedanken gemacht - und habe meine Gedanken wieder zerstreut. Das war vorgestern.

Jetzt hat Klaus geschrieben, und einige seiner Gedanken gingen mir auch durch den Kopf. Wobei ich das nicht unbedingt so gefährlich oder negativ sehe, wie unser Klaus - obgleich seine Worte logisch erscheinen.

Also nur ganz kurz mit meinen Worten: Meine Liebe zu meiner Freundin - das ist eine Zuneigung, von der ich nicht lassen kann. Weil ich zum ersten Mal in meinem Leben "bewusst" lieben kann und darf. Und diese Liebe 100%ig erwidert wird. Und zum ersten Mal besteht die Liebe nicht aus Lüge, "Sich-etwas-Vormachen" oder sonstigen oberflächlichem Getue.

Also - unter diesen, meinen "Vorgaben", kann ich Deinen Spruch nur zustimmen. Ohne irgend eine Gefahr zu laufen. Ohne Wahn und Erzwungenem. Weil die Liebe rein und ehrlich ist.

Kannst Du meine Worte in etwa verstehen, Friedel?

... und zwinkern: *zwinker zu Klaus: Du auch?

Es grüßt Euch herzlich aus dem Sauerland - der Frank...
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sophia
Gast





BeitragVerfasst am: Do 26.04.2007 06:44    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Frank,

...und ich gehe noch ein stück weiter...denn
ich glaube, daß Liebe, wirkliche Liebe auch über den tod hinaus gehen kann. Ja, voneinander nicht lassen zu können in positiver hinsicht.

frank, was du da geschrieben hast ist sehr wenigen menschen vergönnt, weil nicht viele menschen wirklich tief empfinden KÖNNEN . sie haben die voraussetzung einfach nicht dazu. und wer hat schon dieses glück, einen menschen zu treffen, wo eine liebe auch 100% erwiedert wird. doppeltes glück. denn liebe ist nun mal nicht von gegenliebe abhängig. doch beides zusammen ist sehr selten in diesem leben.

Hermann Hesse hat einmal geschrieben: Nicht geliebt zu werden sondern zu lieben, das ist glück.

sophia
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Vollmond62
Gast





BeitragVerfasst am: Do 26.04.2007 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

sophia hat Folgendes geschrieben:
Hermann Hesse hat einmal geschrieben: Nicht geliebt zu werden sondern zu lieben, das ist glück.


*seufz, liebe sophia!

Feine Worte, die Du da gefunden hast.

Liebe Grüße...
zwinkern:
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Friedrich ohne K
Gast





BeitragVerfasst am: Fr 27.04.2007 02:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ja hallo ich nochmal, zu dem Thema "was ist Liebe" wenn ich behaupte Liebe - eine Zuneigung von der ich nicht lassen kann !

sehe ich keine negative Bewertung im gegenteil - es ist doch positiv - oder etwa nicht - was ist daran negativ wenn man von was "nicht lassen kann"

Und da komm ich gleich wieder zu meinen Lieblings thema - die Bewertung

Wenn wir zum Beispiel sagen: ich kann nicht, denn ich muss Arbeiten !

Was sagt das denn -es klingt sehr negativ- aber vielleicht gefällt dir die Arbeit - und dann sagst du aber doch auch nicht: ich kann nicht, denn ich darf Arbeiten !

Warum sagt man denn nicht das was man eigentlich meint - warum klingen oft Sätze so negativ - wo sie doch eigentlich positiv klingen müssten -da sie es ja auch tatsächlich sind ?

Ich denke eine Satzbildung im Kopf hängt auch mit seinen derzeitigen Gefühlen zusammen, also derjenige der sich von einem Umstand den er negativ Bewertet - dies dann auch als negativ empfindet und auch sein handeln danach richtet. Auch ein Mensch der positive erfahrungen gemacht hat mit dingen die er beschreibt wird niemals negativ darüber denken und schreiben.

Wenn man nach seinen Gefühlen schreibt - ist man näher an seiner Wahrheit; wieso seiner - gibt es mehrere - ja leider -wir meinen immer wenn man zu jemand sagt: Sag bitte die Wahrheit - so meinen wir oft es gibt nur eine Wahrheit - aber leider stimmt das so nicht - jeder hat eine andere Wahrheit - denn seine eigenne Wahrheit - so gibt es soviel Wahrheiten wie es Menschen gibt.

Was ihr glaubt das nicht - ich hab es am eigenen Leib gespürt wenn ich zu Gericht war und meinte mein Recht zu bekommen und da ich die Wahrheit sprach !

Aber die Gegenseite gewann- nun warum ? war es die bessere Wahrheit -war sie wahrer wie meine wahrheit - NEIN - Sie war halt nur überzeugender vielleicht- aber auch wahr; denn der Gegner dachte auch nur in seiner Wahrheit - vielleicht standen auch andere interessen dahinter - aber das ist ein anderes Thema - aber interessant ist es schon wenn sich zwei Partner in Wahrheit zusammentun -und irgendwann merken dass diese Wahrheiten nich synchron laufen dann spricht man von lüge und dass wird glaub ich noch ein interessanteres Thema für uns - bin schon gespannt auf euere Beiträge !

euer Friedel
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Pummelchen
Gast





BeitragVerfasst am: Fr 27.04.2007 07:23    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Friedel,

*nick* da ist ne Menge dran, ich werde deine Worte nochmal kreisen lassen und mich später nochmal dazu äußern.

Bis Später,
Pummelchen
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Buenompa
Gast





BeitragVerfasst am: Fr 27.04.2007 08:07    Titel: Antworten mit Zitat

Wow Friedel...ich kann Dich nur bestätigen....
Deine Worte sind soo wahr.... ::spitze::

Lg Sonja...
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